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Bericht des
Vorstandes des
Verbandes der Politiklehrer e.V., Hannover
„Krise der Politik – Krise der Politischen
Bildung“
Liebe Leser von »politik
unterricht aktuell«,
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitglieder und Freunde des
Verbandes der Politiklehrer,
die lange Verzögerung mit der
dieses Heft von »politik unterricht aktuell« gleichzeitig mit dem Heft
1 für 2003 herausgegeben und gedruckt werden konnte, zeigt, dass die
Voraussetzungen für eine kontinuierliche und effektive Verbandsarbeit
im Interesse der Politischen Bildung und des Politikunterrichts
derzeit denkbar schlecht sind.
Wir wählen als Untertitel für
diesen Brief der Redaktion den Titel eines sehr wichtigen
Sammelwerkes, an dessen Entstehen der Verband der Politiklehrer e.V.,
Hannover, wesentlichen Anteil genommen hatte und dessen Lektüre wir
trotz des recht hohen Buchhandelspreises sehr empfehlen (vgl. dazu den
Literaturhinweis auf der letzten Seite).
Politische Parteien,
Gewerkschaften und Berufsverbände – also insgesamt die organisierte
und institutionalisierte politische Meinungs- und Willensbildung –
sind unter Legitimationsdruck geraten, der ihre Arbeitsfähigkeit und
die Effizienz der politischen Arbeit grundsätzlich beeinträchtigt wenn
nicht in Frage stellt.
Die Frage nach den
Alternativen demokratischer Legitimität stellt sich für die
Politikwissenschaft ebenso neu wie für Politiklehrerinnen und
Politiklehrer. Lothar Nettelmann geht in einer Polemik in diesem Heft
der Frage nach, wie eingespielte und „traditionelle linke Kritik“
heute an den sozialen und politischen Realitäten vorbei geht und ein
fiktives „Universum des kritischen Bewusstseins“ als eine Art
„Parallelwelt“ konstruiert und sich selbst so letztlich zur
Wirkungslosigkeit verurteilt.
Es kann nicht die Aufgabe des
Verbandes der Politiklehrenden sein, sich selbst in ein gut gemeintes
aber folgenloses Abseits zu manövrieren und die „Formeln von Gestern“
immer wieder nachzubeten. Es muss neu durchdacht werden, was
veränderungsbereites „linkes Denken“ in der Politik wie in der
Politikdidaktik heute sein kann, wo also Kontinuitäten bewahrt und
Formen und Strategien erneuert werden müssen, wo veränderte Realität
auch ein verändertes politisches Bewusstsein erforderlich macht.
Leider sind viele Kolleginnen
und Kollegen – belastet durch den Druck sich verschlechternder
Arbeitsbedingungen und im täglichen Kampf gegen eine ignorante Schul-
und Kultuspolitik in den Bundesländern – nicht mehr in der Lage und
Bereit, aktiv an einer solchen ergebnisoffenen, distanzierenden und
wertorientierten Weiterentwicklung der Politischen Bildung und des
Politikunterrichts teilzunehmen.
Der Verband der
Politiklehrenden (noch nicht einmal diese von der Mitgliedschaft
mehrfach angemahnte und beschlossene geschlechtsneutrale Umfirmierung
konnte bis jetzt beim Vereinsregister rechtskräftig durchgesetzt
werden!) muss seine Aktivitäten seinen personellen Möglichkeiten
anpassen – und diese sind eng begrenzt, was die Zahl der aktiven
Beteiligten an der Verbandsarbeit angeht.
Was auf der einen Seite als
kommunikative Modernität erscheint – die Konzentration auf
Internet-Auftritte, Kommunikation über eMail und eMail-Verteilerlisten,
Kooperationsprojekte mit anderen Verbänden, die unter ebenso
ungünstigen personellen wie finanziellen Voraussetzungen arbeiten
müssen wie wir –, ist eben auch Zeichen der Limitation der eigenen
Kräfte eines „do-it-yourself-Verbandes“! Dennoch möchten wir noch
einmal an dieser Stelle ganz nachdrücklich auf unsere Homepage
hinweisen, auf der auch die Artikel dieser Zeitschrift wenn es die
Autoren gestatten im Wortlaut erscheinen:
http://www.politiklehrerverband.org.
Da
die Einnahmen aus dem Mitgliedsbeiträgen nur sehr gering sind und ein
Buchhandelsverkauf der Hefte von politik unterricht aktuell nicht die
Druckkosten deckt, müssen wir uns mit kleinen Print-Auflagen zur
Dokumentation in Bibliotheken und für die wissenschaftliche Arbeit
begnügen und hoffen, dass Interessenten an unserer Arbeit unsere
Arbeitsergebnisse und veröffentlichten Texte im Internet finden und
wahrnehmen.
Erfreulich ist dabei, dass durch Verbandskooperation sich gerade auch
der internationale Aspekt unserer Verbandsarbeit positiv entwickelt
und vor allem die Kontakte zu Wissenschaftlern in Polen und in der
Türkei einen Artikelaustausch begründen und gemeinsamen
Veranstaltungen möglich machen. Dabei weise ich aus aktuellem Anlass
vor allem auf die Kooperation mit der Deutsch-Türkischen Vereinigung
für Sozial- und Geisteswissenschaftlichen Austausch, Hannover, e.V.
(am Soziologischen Institut der Universität Hannover) hin – deren
Arbeit, wie ein Protestbrief an den Wissenschaftsminister in diesem
Heft belegt, durch eine drohende Schließung des Studienganges
Soziologie an der Universität Hannover ernsthaft gefährdet ist –,
deren Arbeitsergebnisse ebenfalls im Internet erscheinen unter
http://www.dta-uni-hannover.de.
Das
folgende Heft von »politik unterricht aktuell« (1/2003), das den
Abonnenten gleichzeitig mit dem vorliegenden Heft ausgeliefert wird,
zeigt mit dem Thema »Interkulturelle Konflikte« Früchte dieser
Kooperation, die in der nächsten Zeit noch vertieft werden wird.
Organisatorisch wie finanziell steht der Verband „mit dem Rücken zur
Wand“ und damit nicht allein! Unsere bisherige langjährige Hausbank,
die SEB, war seit fast zwei Jahren nicht mehr in der Lage, die
finanzielle Betreuung zum Beispiel durch den Einzug der
Mitgliedsbeiträge und die Internetverwaltung unseres Kontos technisch
in den Griff zu bekommen. Wir wechseln deshalb ab sofort zur Postbank
und hoffen in Zukunft wieder eine reguläre Verwaltung der
Mitgliedsbeiträge durchführen zu können. Uns klafft die Lücke von
zwei Jahren (2002 und 2003) in den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen,
die auch einen früheren Druck von politik unterricht aktuell 2002 und
2003 verursacht hat, der jetzt aus irregulären Einnahmen (Spenden)
finanziert wird. Wir müssen daher unsere Mitglieder darum bitte, die
beiden ausstehenden Jahresbeiträge durch eigene Überweisung
nachzuholen (zwei Beiträge zu 24,00 €), was durchaus auch in zwei
getrennten Überweisungen möglich ist. Im Laufe des Jahres 2004 hoffen
wir wieder den Beitragseinzug für das laufende Jahr über die Postbank
auf Grund der uns vorliegenden Einzugsermächtigungen durchführen zu
können. Dass wir auf höhere Beiträge bzw. Spenden in der Form von
„fördernden Mitgliedsbeiträgen“ dringend angewiesen sind, sei hier
nur am Rande vermerkt.
Mit dem Wunsch, einen Weg zu finden, mehr für das Fach Politik
bewirken zu können und für unsere Mitglieder positive Impulse gerade
auch durch eine Verbandsarbeit, die sowohl Wissenschaft und
Fachdidaktik einbezieht als auch aktiv in der Tagespolitik zu
bildungspolitischen Fragen Stellung nimmt und den Kontakt zur aktiven
Politik ernst nimmt vermitteln zu können
verbleibe ich im Namen des
Vorstandes des Verbandes der Politiklehrer e.V., Hannover,
und der Redaktion von »politik
unterricht aktuell«

Verband der Politiklehrer e.V.,
Hannover
Vorsitzender: Gerhard
Voigt, OStR (Politik und Geographie an der Bismarckschule Hannover)
Pettenkoferstraße 13, D
30880 Laatzen, Tel. 0511-824630, FAX 01212-513497-535 (web.de)
eMail:
politiklehrerverband.voigt@web.de und
eMail:
bismarckschule.voigt@gmx.de
Homepage:
http://www.politiklehrerverband.org
persönliche Homepage des
Vorsitzenden:
http://www.voigt-bismarckschule.de
zur Interkulturellen Arbeit im Kontext des Verbandes der Politiklehrer
vgl. auch die Homepages
des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule
Hannover, e.V.
http://www.unesco-club-bismarckschule.de
(Vorsitzender z.Zt.: Gerhard Voigt) und
der Deutsch-Türkischen Vereinigung zum Geistes- und
Gesellschaftswissenschaftlichen Austausch, Hannover, e.V. (am
Soziologischen Institut der Universität Hannover)
http://www.dta-uni-hannover.de
(Vorsitzender z.Zt.: Gerhard Voigt)
Mitgliedschaft:
Mitglied des Verbandes
kann werden:
Politiklehrer und
Politiklehrerinnen, Studenten, Referendare und arbeitslose Kolleginnen
und Kollegen der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer
Tätige im Bereich der
gesellschaftswissenschaftlichen Fächer in der Erwachsenenbildung, der
offenen Politischen Bildung und in den Hochschulen
im kultus- und
bildungspolitischen Bereich Tätige
Mitgliedsbeiträge:
Jahresbeiträge
24,00 €
Ermäßigter
Jahresbeitrag
12,00 €
Wir bitten um Einzugsermächtigung. Formulare und Eintrittserklärungen
im Internet
Neue
Bankverbindung:
Konto-Nr. 88063204, Verband der Politiklehrer
BLZ 20010020, Postbank – Giro – Hamburg
Literaturhinweis aus
der Arbeit des Verbandes der Politiklehrer e.V., Hannover:
Claußen,
Bernhard / Donner, Wolfgang / Voigt, Gerhard, Hrsg.,
2001: Krise der Politik – Politische Bildung in der Krise?
Diskurse im Kontext von Globalisierung und Ost-West-Perspektiven.
Materialien aus der Zusammenarbeit zwischen der Akademie für
Wirtschaft, Politik und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und dem
Verband der Politiklehrenden. Demokratie und Aufklärung: Kritische
Sozialwissenschaften und Politische Bildung im Diskurs
– Materialien –, Band 1. Galda + Wilch Verlag. Glienicke/Berlin /
Cambridge/Massachusetts.
politik unterricht aktuell
ISSN 0945-1544
Mitteilungen aus dem Verband der Politiklehrer e.V., Hannover
Vorsitzender: Gerhard Voigt, OStR
(Politik und Geographie an der Bismarckschule Hannover)
Pettenkoferstraße 13, D 30880 Laatzen, Tel. 0511-824630, FAX
01212-513497-535 (web.de)
Heft 2/2002: »Schulreform in der
Kontroverse«
ISBN 3-9807714-5-8
Herausgegeben von Gerhard Voigt und Lothar Nettelmann
Erscheinungsdatum: März 2004
Hannover
Verband der Politiklehrer e.V., Hannover
Gleichzeitig erscheint eine
Internetausgabe auf der Homepage des Verbandes der Politiklehrer e.V.,
Hannover,
http://www.politiklehrerverband.org
als eigenständige HTML-Ausgabe und als layoutgetreue PDF-Ausgabe
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