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Zentrale Themen der Politischen
Bildung, die die Notwendigkeit eines Paradigmenwandels im schulischen
Politikunterricht wie in der Politikdidaktik und allgemeiner der Didaktik der
Sozialwissenschaften augenfällig machen, verlangen eine intensive und auch
zeitaufwendige Diskussion und Aufbereitung. Sehr deutlich werden bei der
Beschäftigung mit diesem komplexen und vielschichtigen Thema die Defizite bei
der Umsetzung z.B. der Osteuropa-Thematik im Politik- und Geschichtsunterricht.
Fast hilflos steht der Politikunterricht der Aufgabe gegenüber, Erfahrungen und Erlebnisse an die Zeit
der Ost-West-Dichothomie, die biographisch in Wert gesetzt sind und von
stereotypen Wahrnehmungsmustern leben, aufzugreifen und adäquate Ebenen der Realitätswahrnehmung gemeinsam mit
heutigen Schülerinnen und Schülern zu finden.
Die Arbeit an
Buchpublikationen hat im letzten Jahr viel Zeit in Anspruch genommen. Wir
beabsichtigen schon seit der Herausgabe des letzten Heftes, ein inhaltlich
gewichtiges Heft von politik unterricht
aktuell der Thematik der Transformation in Ost-Mitteleuropa und den
politischen Problemen zwischen Ost- und Westdeutschland im letzten Jahrzehnt zu
widmen, was sich aus redaktionellen Gründen nun um etwa ein Jahr verzögert hat,
so daß dieses vorliegende Themenheft 1-2 / 2000 erst im Sommer 2001 in Druck
gegeben werden konnte. So können wir das schon in Arbeit befindliche
Anschlußheft 1-2 / 2001, das den Blick u.a. auf die Wandlungen der ‚Dritte-Welt-Didaktik‘ lenken soll, schon
in wenigen Monaten folgen lassen.
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Als nach wie vor
gewichtiges Problem erscheint es uns, die Thematik von Globalisierung und Internationalisierung
mit der Anwendung der Rahmenrichtlinien
im Fach Politik zu verknüpfen. Uns
ist bewusst, dass viel Kolleginnen und Kollegen sich bemühen, der Materialflut
Herr zu werden, diese zu strukturieren und schülergerecht aufzuarbeiten. Dieses
geschieht oft in guter Zusammenarbeit der Kurse.
Traditionelle
Einschätzungen und Werthaltungen sowohl seitens der Eltern als auch in der
Generation der Heranwachsenden werfen dabei oft ungeahnte Probleme auf. Die
methodische Umsetzung wie auch die psychosoziale Dimension der Perzeption
scheinen uns noch nicht hinreichend gelöst zu sein.
Wir schlagen deshalb
vor, dass Kolleginnen und Kollegen, die sich mit der genannten Problematik
befasst haben, Arbeitspapiere aus ihrem Unterricht oder ein neu verfasstes
Thesenpapier zur weiteren Diskussion zur Verfügung zu stellen. Dies könnte auch
ein Bericht sein über den Erfahrungsaustausch in der jeweiligen Fachgruppe und
eine entsprechende Beschlussfassung.
Dazu gehört auch die
bisher auch von unserer Seite oft vernachlässigte Ebene des Unterrichts in der
Sekundarstufe I sowie der 11. Klasse. Die sensiblen Bereiche einer Altersstufe,
die oftmals nur unzureichend an die Dimensionen der Politik herangeführt wird,
bereitet uns große Sorge. Vielleicht könnte der über die Betriebspraktika der
Klassenstufen 9 und 11 erfahrenen Zugang, verbunden mit der Chance zum Kontakt
mit tendenziell realiter erfahrbaren gesellschaftlichen Zwängen in den Betrieben,
Anlass sein zur spezifischen Beschäftigung mit der Thematik im an
Wirtschaftsthemen orientierten Politikunterricht.
Wir bitten, über
dieses Problem nachzudenken und mitzuhelfen, den Diskurs auf seine weiteren
Bezugsebenen auszudehnen und fortzuführen.
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