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Buchkritik: Niklas Luhmann: Ökologische Kommunikation. Kann die moderne
Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? Opladen 1986
(Westdeutscher Verlag)
Nicht erst seit seiner „Soziologischen Aufklärung“
gilt Niklas Luhmann als führender deutscher „Systemtheoretiker“ in der
Soziologie, dessen Werke, sprachlich nicht leicht zugänglich, immer
umstritten, immer aber auch anregend sind. Von Seiten der Politikdidaktik her
ist es daher interessant, wenn sich dieser Autor aus seinem theoretischen
Ansatz her mit einem aktuellen gesellschaftlichen Konfliktfeld
auseinandersetzt. Um das Resúmé vorweg zu nehmen: seine Sichtweise ist
pessimistisch, er sieht keine rationale Möglichkeit, ökologische Aufklärung in
unserer Gesellschaft zielgerichtet wirksam zu werden, besonders nicht von
seiten der Politik her. Die Gesellschaft als System entwickelt Mechanismen der
Abgrenzung nach außen und der Reorganisation und des Systemerhalts nach innen,
wo sie sich in Teilsysteme aufgliedert, denen prinzipiell die gleiche
Erhaltungstendenz innewohnt. Diese „Funktionssystem“ (Politik, Wirtschaft,
Recht usw.) orientieren sich jeweils an einem spezifischen „binären Code“
(Macht/Nichtmacht, Gewinn/ Nichtgewinn, Recht/Nichtrecht), über den hinaus die
Systemwahrnehmung und Systemreaktion nicht reicht, so daß eine Übertragung der
Handlungsergebnisse in ein anderes Funktionssystem in seinen Auswirkungen
nicht vorhersehbar ist. Kritisch ist zu vermerken, daß das Individuum/die
soziale Gruppe als funktionssystemübergreifende, motivierbare „Systemeinheit“
weitgehend aus dem Blick gerät: dieser Systemansatz ist doch recht
„unpolitisch“!
POLITIK UNTERRICHT AKTUELL
Dezember 1988
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